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Zweiter Advent 2003

Kürzlich erhielten wir von dem Meeresbiologischen Institut in Sarasota die Information, dass dieses Jahr 570 Riesen-Schildkröten (Loggerhead) an unserem Strand auf Casey Key ihre Eier gelegt haben. {short description of image}Das bedeutet, daß nach 7 Wochen Brutzeit etwa 50000 Schildkrötenbabies in ihren etwa 70 cm tiefen Nestern schlüpften und versuchten, unversehrt zum Wasser des Golfs von Mexico zu rennen. Dietmar, bei seinen morgendlichen und abendlichen Spaziergängen am Strand mit Milou, war sozusagen dabei und erlebte das Schauspiel ‚life'. Beindruckend sind nicht nur die grosse Anzahl, sondern auch die Geburt an sich und die vielen kleinen Sandspuren zum Meer!

Das war im Juni/Juli bei 28C Durchnscnittstemperatur. Doch jetzt wird es Winter, und die Tiefsttemperaturen sanken letzte Nacht auf 8ºC. Unsere größte Sorge ist, dass unsere Bananen, die günenen im Hintergrund, nicht mehr reifen.

In unserer Familie hat auch ein Baby das Licht der Welt erblickt. Wir wurden stolze Grosseltern von Syrah Morgaine, Annas und Johns kleiner Tochter. Syrah wollte schon am 16. Juni, wie Dietmar es sich zu seinem Geburtstag wünschte, in die Welt schauen, kam dann aber erst (nach längeren Wehen - versteht sich) am 17. Juni mit 4kg und 52 cm Grösse. Die Freude war gross in Charlottesville, Sarasota und Nokomis. Für Annemarei war diese Geburt die Meisterleistung in einer Serie von entscheidenden Ereignissen im {short description of image}Jahre 2003: Sie hat mit dem vortrefflichen John den Bund fürs Leben geschlossen. Beide erforschten auf ihrer Hochzeitsreise die Kunstschätze in Rom. Im Juni hat sie ihre Weiterbildung als Neurologin erfolgreich abgeschlossen und das Graduationsspektakel gemeistert, im August ihr Fellowhip in Neurophysiologie und Encephalography begonnen, sich in Atlanta bei fünf neurologischen Praxen vorgestellt, das Töchterchen betreut und schliesslich wieder angefangen zu arbeiten. John hat seine Stelle bei einem Juristenverlag aufgegeben und betreut jetzt Haus und Kind bis zum nächsten Sommer, wenn sie nach Atlanta ziehen, wo er sich an der Philosophischen Fakultät der Georgia State University eingeschrieben hat.

Unser Jahr 2003 begann sowohl mit der freudigen Ankündigung des neuen Babies, als auch mit den ersten lieben Besuchern. Dietmars Mutter war bis zum 15. Januar bei uns und Heidis Mutter besuchte uns im Sommer. Beide genossen die warme Sonne, den dunkelblauen Himmel, das türkisfarbene Meer and den schönen Sandstrand. Wir sind dankbar, das unsere beiden alten Damen noch so fit sind und die transatlantische Reise gut verkraften. Ende Januar fuhren wir nach Charlottesville (4000 Km! Roundtrip), um mit Anna ihren 30. Geburtstag zu feiern. Dabei be-schnupperten wir ihre Schwiegerelten Gloria and Marvin Ranta aus Lexington Park in Maryland. Die Rantas sind die 2. Generation eingewanderter Finnen und haben ihre nordische, ruhige Mentalität bewahrt. Wir hoffen auf einen engeren Kontakt, wenn uns beide im Februar besuchen kommen.

Im März besuchten uns Rosemarie, Heidis Cousine aus England, und ihr Mann George. Rosemarie sagte immer, sie fühle sich wie Heidis big sister, und entsprechend herzlich und unkompliziert war die Atmosphäre in unserem Haus. George trug zu den Pacific Breeze Anekdoten bei: Auf einer Segeltour mit Dietmar in unserem 16 foot Sidewinder wollte er die Schwimmweste nicht anziehen und erst als sie gekentert waren, das Boot mit dem riesigen Mast auf der Seite lag, gestand er Dietmar, dass er kaum schwimmen könne. Zum Glück war schnell ein Motorboot zur Stelle, das ihn triefend nass aus dem Wasser fischte. Dietmar hat dann das Boot aufgerichtet und ist alleine an die Anlegestelle gesegelt. Nach den tiefgreifenden Erlebnissen mit beiden hat uns die Nachricht sehr getroffen, dass Rosemarie uns nach kurzem Lungenkrebsleiden im September verlassen hat. Wir fühlen sehr mit George.

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An unserem Hochzeitstag im März kam die für uns entschei-dende Änderung ins Haus: Der kleine drollige Drahthaar-terrierwelpe Milou, geboren am 30. Januar. Milou brachte einen neuen Rhythmus in unser Leben. Morgens und abends besteht sie auf ihrem Spaziergang an den Strand, wo sie hinter allem herjagt, was sich bewegt, auch dem geworfenen Stock. Danach folgt zwangsläufig das Bad im Pool und die vielen kleinen Streiche, die sie so am Tage ausheckt. Sie ist eine Quelle der Freude für uns beide.

Im März hat uns die Familie Fahrtmann, liebe alte Bekannte aus Freiburg, besucht und wir denken noch oft an die freund-schaftlichen Gespräche zurück, die wir am Strand und auf der Terrasse geführt haben. Vor Ostern verbrachten Reinhold, Liane und ihr Sohn Martin, mit denen wir schon in Milwaukee befreundet waren, eine Woche mit uns. Nun leben die drei in San Diego, genau dort, wo im Herbst die grossen Brände waren. Auch die Müllers haben ihr Haus und alles, was darin war, verloren. Ihnen blieben von der Warnung bis zum Feuer genau 15 Minuten, nicht genug, um selbst die wichtigsten Papiere zusammenzuraffen. Jetzt fangen sie wieder von vorne an. Wir freuen uns sehr, dass sie sich entschlossen haben, das kommende Weihnachtsfest bei uns zu verbringen.

Mitte Mai fuhren wir über Dörrebach nach Graz zu Günter and Brigitte. Wir haben ihre Gastfreundschft in ihrem schönen Haus, die Gespräche mit ihnen und die Fahrten in die Steiermark zu anderen Verwandten (Dietmar Grossvater mütterlicherseits) schätzen gelernt, und waren {short description of image}besonders von der jüngeren Generation beeindruckt. Wir hoffen, dass wir den Kontakt trotz der Entfernung auf unsere Kinder ausdehen können. Brigitte und Günter sind Schätze an sich; wir genossen ihre Fürsorge und Führungen in die Natur und zu den Kunstschätzen von Graz. Unsere Freunde aus Milwaukee, Don und Diane, konnten an den Grazer Erlebnissen für einige Tage teilhaben, weil sie zur gleichen Zeit auf Europa-reise waren. Von {short description of image}Graz sind wir per Auto von Ost nach West durch die Alpen gefahren und haben, wie schon vor 20 Jahren, in Arabba im Hotel zur Post übernachtet und uns gewundert, dass sich seit unserem letzten Skiurlaub 1983 nichts geändert hat. Die Fahrt nach Como durch die bezaubernden Alpenlängstäler war aufregend. Como schien mit den steil in den See fallenden Bergen etwas unwirklich. Es war schön, auf der SIS-E Tagung viele alte Freunde wiederzusehen und mit ihnen zu diskutieren, zu essen und zu trinken. Durch die Schweizer Tunnellandschaft sind wir nach Dörrebach zurückgefahren, wo wir im sommerlichen Hunsrück noch eine paar Tage Uschis und Walters Gastfreundschaft genossen haben und anlässlich von Uschis Geburtstag eine der fröhlichsten Familienfeiern miterleben durften.

Kaum zurück aus Deutschland, das Unkraut nicht gejäted (siehe Bild) - die Wedelien waren über einen Meter hoch geworden - sie sollten nicht grösser als 15 cm sein - fuhren wir zur Annas Graduation zur Neurologin nach Charlotteville. Von den 4000 Km Autofahrt zurück auf Casey Key {short description of image}besuchten uns auch schon Gunilla und Per Olof aus Linköping. PO überraschte Heidi mit der Bitte, einkaufen und kochen zu dürfen, denn das sei sein Hobby und sein Beruf liesse ihm keine Zeit dazu. Gerne hat Heidi ihm die Küche überlassen und wir haben die Gourmetgerichte mit Cocktail, Appetithappen und Wein genossen. PO und Dietmar haben während dieser Zeit sogar ein Editorial für den British Journal of Surgery geschrieben.

Die Wochen im Juli war das Haus belegt. Unser Freund Helge, Heidis ehemaliger Kollege, genoss die Sonne, den Golf und das Pool, zwischendurch besuchte uns Nils für eine Woche, und Mitte des Monats kamen endlich Tom und Helena aus Milwaukee zum ersten Mal für ein langes Wochenende zu Besuch. Mit Helge haben wir viel politisch diskutiert und zu ergründern versucht, warum in Deutschland die Beendingung der Willkürherrschaft von Saddam kritisiert wurde. Wir versuchten, unsere Erfahrungen während des Deutschlandbesuches aufzuarbeiten, denn dort spürten wir eine erstaunliche Feindseligkeit, als ob wir persönlich dieKriegstreiber wären. Deutlicher konnte das Resultat der unterschiedlichen Berichterstattungen aus dem Irak dies- und jenseits des Atlantiks nicht ausfallen. Offensichtlich wird vorwiegend darüber berichtet, was die Vorurteile der Massen bestätigt. Dietmar meint, die Deutschen mit ihrer speziellen Geschichte dürften niemals gegen die Ablösung von Willkür argumentieren, denn das Argument gegen die Willkürherrschaft heisst die Willkür des 3. Reiches im nachhinein zu sanktioneren. Helge und übrigens auch Walter sahen das ganz anders. Uns verschlug es die Sprache.

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Anfang August kamen Anna, Syrah und John zu Besuch. Wir sahen unsere Enkeltochter zum ersten Mal. Ein prächtiges Kind von prächtigen Eltern. Wir genossen die Zeit mit ihnen. Anfang September fuhren wir mit Heidis Mutter nach Atlanta, wo wir die junge Familie trafen, die die Stadt ihres neuen Zuhauses ab Sommer 2004 erkunden wollte. Lona war glücklich, ihre jüngste Urenkelin im Arm halten zu dürfen. Auf dem Rückweg besuchten wir unsere verschlafene Landeshauptstadt Tallahassee mit ihrem historschen Museum im Kapitol.

Im Oktober gehörte uns das Haus ohne Gäste und wir haben tatkräftig versucht, den Garten auf Vordermann zu bringen. Fast geschafft!

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Im November flogen wir wieder nach Europa und zwar nach Dörrebach, Maussane sur Alpilles in der Povence, Hamburg und Linköping. Alle Stationen waren ein Erlebnis. In Maussanne hat Dietmar nach langer Zeit seine Jugenfreunde Hugo und Andree besucht und bei Wein aus der Nachbarschaft über alte Zeiten geklönt. Hugo und Andree haben ein architektonisch geschmackvolles Haus im Provence Stil, einen riesigen Garten mit vielen Blumen in einer bezubernden Landschaft mit römischen Aqudukten, als sei es das natürlichste von der Welt. Trotz der Kürze der Zeit besuchten sie das einzige noch genutzte römische Amphitheater in Arles und den grossen Aquadukt Pont du Gard. Es war einfach schön. Ganz anders schön waren dann die Tage in Linköping und auch auf dem Lande, wo sich Gunilla und PO ein Grundstück an einem Flüsschen, mit einem Haus, ausgestattet mit wohliger Wärme verströmenden Kachelöfen, und "Outhouse" gekauft haben.

Zurück in Florida feierten wir Thanksgiving, das grösste aller amerikanischen Feste. Wir waren, wie im letzten Jahr, bei Mark und Lisa einge-laden und genossen zwei unterschiedlich zube-reitete Puter. Es ist so schön, die drei Mädchen aufwachsen zusehen. Fritzi betreibt ihr Synchron- Schwimmen sehr intensiv mit 5 Stunden Training in der Woche und das alles neben vielen Schulaufgaben und Klavierunterricht. {short description of image}Meike beginnt zu reden, egal ob das jemand versteht. Sabine hat nach wie vor exotische Ideen, weiss allerdings nicht mehr, ob sie wirklich Skischanzenspringerin werden will. Sie spricht von den drei Mädchen am ungehemmtesten deutsch.

Die gesamte Familie war übrigens im Juni/Juli in Norddeutschland, von Goslar bis nach Büsum (siehe Bild vom Watt) und die Kinder haben ein Gefühl für die deutsche Sprache bekommen. Ja, es gäbe noch viel mehr über Mark, Lisa und die Kinder zu berichten. Vielleicht verfassen die beiden selbst einen Weinhnachtsbrief. Wir werden alle unsere Briefe, seitdem wir in die USA gegangen sind, auf unsere Webseiten www.Colonna.net bringen. Für den Fall, dass dieser oder jener unserer Freunde ein bischen nachlesen will, ist der Username Blankenese und das Password Kuulsbarg - zwei den eingeweihten gut bekannte Begriffe. Inzwischen duftet unser Haus nach Weihnachtsplätzchen und die drei Mädchen haben wieder stolz mit Heidis Hilfe ein Pfeffer-kuchenhaus dekoriert und nach Hause getragen

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Ja, dieses Jahr ist es ein bischen viel geworden. Verzeihung. Dennoch wünschen wir allen unseren Freunden ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute im Jahre 2004!

Donnerwetter, wie die Zeit vergeht