1

Frohe Weihnachten

1
von der Schatzinsel an der Golfküste Floridas

2

Bilder zum Text des Briefes


In
der Grundbucheintragung heisst es wirklich „Shores of Treasure Island“. Diese amtliche Bezeichnung trifft den Nagel auf den Kopf und wir geniessen nun schon das vierte Jahr dieses Pradies. Unser erster Weihnachtsbrief von hier zeigte Weihnachtsbilder aus Wisconsin , weil bei Durchschnittstemperaturen über 2O°C keine rechte Weihnachts- stimmung aufkommt. Nun haben wir uns jedoch daran gewöhnt, und wenn das Thermometer mal  15 C°anzeigt,  emfinden wir es als extem kalt – wie z.B. heute in der Frühe, und das nennen wir Winter. (siehe Bilder)

Im Kontrast zur Umgebung und zu der Stimmung, die wir in unserem „Fin de Siecle“ Brief geschildert hatten, steht die politische Stimmung dieser Tage. Aber wir wollen uns das Fest nicht allzu sehr mit Politik verderben; deshalb nur so viel: Das von Bush geheuchelte Christentum könnte bei seiner fortwährenden Missachtung des 9. und 10. Gebots nicht schlimmer missbraucht werden und genauso hält er es mit seiner politischen Aufgabe - mit dem Vertrauen, das ihm so viele US Bürger gaben. Wir verstehen das überraschende Wahlergebnis nicht - alle Indizien sprachen für einen Sieg der beiden Johns – immerhin gibt es Stimmen, die von getürkten Ergebnissen sprechen: z.B. gab es mehr Stimmen als Wähler in Ohio, wo der Bush Freund Mr. Diebold die elektronischen Wahlcomputer installierte, die keine Papier- kopie des Stimmzettels erlauben. Bekannte, die republikanisch wählten und die wir fragten warum, hatten nicht viel Gutes über Bush zu sagen und  erwähnten nur Schlechtes über die Johns: so stark hatte die üble Nachredekampagne auf viele Amerikaner gewirkt.  So, nun ist doch mehr Politik in unseren Brief gekommen als wir wollten. Aber es musste von der Seele.

Was war 2004? Wieder hatten wir viele liebe Besucher. Johns Eltern besuchten uns im Januar, Dietmars Mutter war im Februar bei uns, die Schedewies im März, Charlie und Pat Aprahamian (Dietmars liebster professorialer Kollege aus Milwaukee) im April, Nils  Wittmann im Juni, Don und Diane Herron im Juli,  Anna, John und Syrah zusammen mit Hurricane Charlie im August  und Ingrid Kracht sowie Sven Schiller und seine wunderbare Fabienne im September. Ebenso beehrten uns im September  die Hurricanes Francis, Ivan und Jeanne, schädigten viele Pflanzen,  rissen uns einige Ziegel vom Dach und brachten unglaubliche Mengen von Sand and den Strand. Nach Ivan war der Strand 2 Meter höher, Jeanne zog  den Sand jedoch wieder ab, so dass die Shores of Treasure Island nun viel flacher und breiter den Übergang zum wieder klaren, türkisfarbenen Meer bilden.

Dietmar ist in diesem Jahr an die 1000 km mit unserem Milou an diesem paradiesischen Strand gelaufen. Während der Schildkröten Saison vom 1. Mai bis normalerweise Ende Oktober (dieses Jahr hatten die Hurricanes die Saison im September beendet) hat Dietmar als offizieller „Turtle Watcher“ die Nestaktivitäten beobachtet, registriert, gemeldet und jede Woche ein Photo von jedem den 49 Nester in „Zone 7“ auf Casey Key geknipst. Einige Bilder wurden dann auch prompt nach der ersten Auswertung von Mote Marine bei einem Vortrag gezeigt.

Heidi zieht es seit einem Jahr mehr zur künstlerischen Beschäftigung und sie findet viel Freude an der Kunst des Naturdrucks, seitdem uns Helga Wendts Freunde Erika und Klaus in diese wunderbare Welt einführten.  Heidi hatte viel Gelegenheit, verschiedene Techniken bei Kursen und regelmässigen Workshops sowie bei einem Besuch in Erikas Werksatt in Quickborn  zu lernen und zu üben.  Der Umgang mit vielfältigen Materialien im eigenen kleinen Arbeitsraum zu hause und in der gemeinsamen Clubwerkstatt hat schon einige schöne, zufriedenstellende Produkte hervorgebracht .

Wenn man in Florida lebt, reist man nicht! Dennoch fuhren wir drei mal fort. Im August feierten wir Lonas 90. Geburts- tag in Hamburg und besuchten Freunde wie Antonie and Klaus Jenecke, Ingrid Kracht und auch nach langer Zeit die gesamte Familie Wendt. Eigentlich hatte sich keines der Kinder in den 30 Jahren wesentlich geändert. Dietmar machte mit seinen alten Freunden Wolfgang und Peter die obligatorische Radtour durch Wälder und Auen von Klövensteen und Umgebung wie in alten Zeiten, fuhr mit Gisa Tolksdorf an die Ostsee und verbrachte auch noch ein paar nette Tage mit Uschi und Walter Zinner in Dörrebach und Tante Mie in Karden. Während Dietmar die gemeinsame Bahnfahrt mit seiner Mutter von Karden nach Flottbek und die Tage danach als Gast bei Jaeneckes einschliesslich der Geburtstag- feier von Antonie in der Blankeneser Waldschenke genoss, kümmerte sich Heidi um die Geburtstagsvorbereitungen ihrer Mutter auf dem Segelschiff Rickmer Rickmers. Der Geburtstag wurde dann auch mit vielen Gästen ein grosser Erfolg (siehe Bilder). Beide verbrachten wir einen netten Abend mit unseren  Freunden bei Ingrid im Garten.

Vom 9. -12. Oktober waren wir in New Orleans zum Chirurgenkongress. Wir konnten auf der schönen Autofahrt dahin die beeindruckenden Zerstörungen der Hurricanes sehen. In manchen Wohngebieten war jedes 2. Dach abgedeckt, in den Wäldern jeder 2. Baum geknickt, eine ganze Autobahnbrücke über einige Kilometer eingestürzt.

Ende Oktober flogen wir nach Milwaukee zur goldenen Hochzeit von Pat und Charlie Aprahamian. Das Fest im Elm- brooks Women’s Club – wo wir seinerzeit auch Mark und Lisas Hochzeit feierten - war gelungen, insbesondere für uns, da sie uns ein sehr freundliches und herzliches Wiedersehen mit allen alten Kollegen von Dietmars „Faculty“ bescher- te.  In Wisconsin wohnten wir in dem sehr schönen Blockhaus von Don und Diane am Waldrand auf den zuvor landwirt- schaftlich bearbeiteten Felden im südosten der Stadt. Don & Diane führten uns auch intensiver in die Politik der Präsi- dentenwahl ein. Wir begleiteten sie zu einer Wahlrede von John  Edwards im Freien vor der Kulisse des tiefblauen Lake Michigan. Viele Bürger waren gekommen, um den beeindruckenden Anwärter zu sehen und zu hören.

Zum Schluss noch eines der wichtigsten Dinge des Jahres. Anna hat ihr Fellowship in Charlottesville beendet und startete im August als Partnerin in einer neurologischen Praxis in Atlanta – der Stadt im Wald. Dort waren wir nun auch schon zweimal. Es sind genau 800 Km, also 8 Studen Autofahrt – ein Klacks für amerikanische Verhältnisse. Anna, John und Syrah wohnen in einem kleinen, freundlichen Haus. John studiert Philosophie und scheint enormen Spass daran zu haben. Wir sind sehr stolz auf ihn. Dietmar wollte schon immer einen Philosophen in der Familie haben. John und Anna berichten über sich und Syrah auf unserer Webseite. Mark, Lisa und ihre drei Mädchen – es ist eine Freude, sie heranwachsen zu sehen - haben ihre eigene Webseite und berichten dort www.witticrew.com.

<>So, nun ist der kurze Brief doch etwas länger geworden. Mehr und die Bilder dazu sind auf unserer Internetseite www.colonna.net. Wir hoffen, dieser Weihnachtsbrief erreicht Euch in guter Gesundheit und guter Stimmung.  Alles Gute für das Jahr 2005 wünschen Euch,                    Eure Heidi und Dietmar