06-1 (3K) Weihnachtsmetamorphose 2006


All die Jahre haben wir das Weihnachtsfest gefeiert – wie immer. So wie es Tradition in unseren Familien war: wir trafen uns mittags am Heiligabend bei den Eltern und aßen zum Auftakt der Feiertage  meist Kartoffelsalat und Würstchen. Unbemerkt von den spielenden oder ruhenden Kindern schmückten wir am Nachmittag den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Um 17:00 Uhr gab es Kaffee, Kakao oder auch Glühwein. Alle warteten gespannt auf das Klingeln des Weihnachts-Glöckchens. Bei Anbruch der Dämmerung war es dann so weit. Die Türen wurden geöffnet, das Klingeln wurde lauter, Weihnachtsmusik erklang und der Christbaum erstrahlte im schönsten Kerzenlicht. Besonders die kleinen Mädchen waren angesichts des festlichen Schmucks und des warmen Lichts der Kerzen entzückt.
Die Weihnachtsgeschichte wurde gelesen, manchmal in Latein, in Deutsch, in English oder in Italienisch und schließlich in einer von uns in modernes Englisch redigierten Fassung, um das ursächliche Ereignis dieses Festes zu würdigen. Die Kinder spielten ihre eingeübten Stücke und rezitierten Lieder und Gedichte und wir sangen und musizierten gemeinsam bis die Geduld der Kinder riss, um endlich Geschenke auszupacken. Mit einem gemeinsamen Essen,  meist gab es Königinpastetchen, klang der Heiligabend aus. Manchmal gingen wir danach noch zur Mitter- nachtsmesse. Am 1. Weihnachtstage gab es dann den Weihnachtsbraten für alle gemeinsam an einem Tisch. Der 2. Feiertag entfällt in den USA.

Sandspuren Mit dem diesjährigen Weihnachten wird alles anders: Unsere Kinder wollen ihr eigenes Fest feiern, indem sie die Traditionen ihrer Partner aus der Neuen Welt mit ihrer eigenen Tradition verschmelzen. Das heißt,  die Bescherung findet am Weihnachtstag morgens statt und die Heilig-Abend Feierlichkeiten erhalten eine andere Bedeutung. Somit feiern wir dieses Jahr Heilig-Abend ohne die gesamte Familie. Es bleibt nur noch der  gemeinsame  Weihnachtschmaus am späten Nachmittag des „1.“ Feiertages.

Wir sind glücklich, dass die Zwänge zu dieser Metamorphose nicht schon viel früher unser Familienleben veränderten. Dass die Kinder irgendwann ihr ganz eigenes Fest haben wollten, lag eigentlich schon lange in der Luft. Schön ist jedoch, dass Annemarei, die am 2. Januar auf die andere Seite der Erde,  nach Neuseeland ziehen wird, noch einmal Heiligabend mit uns und ihrer  seit dem 2. September um Tochter Daphne erweiterten  Familie, ganz nach alter Tradition feiern wird.

 

So  wüschen wir all unseren Freunden, die den generationsbedingten Traditionssprung noch nicht gemacht haben, die notwendige Gelassenheit, wenn er dann kommt. Dies verbinden wir mit den besten Wünschen für ein FROHES Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen Jahr 2007.

 

Alles Liebe - Eure

Heidi und Dietmar